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„Ich war immer sicher, dass
wir unser Ziel erreichen würden.“
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Anti-Apartheid-Kämpfer
Dennis Goldberg am 07. Juni 2005 bei ai zu Gast
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Dennis Goldberg
bewältigt ein strammes Programm. Am Vormittag ist er im Conrad-von-Soest-Gymnasium
zu Gast. Sein Thema: Wasser als Voraussetzung für Entwicklung.
Nachmittags Gespräche
mit Lehrern und Journalisten. Abends berichtet er auf Einladung der Soester
Gruppe von amnesty international (ai) im Bürgerzentrum über seinen
Kampf gegen das Apartheid-Regime, die Jahre im Gefängnis und den Neuanfang
in Südafrika nach dem Ende der Rassentrennung. Ein Prozess, an dem
Dennis Goldberg aktiv mitarbeitet. Der Diplom-Ingenieur ist „advicer“ (Berater)
der Regierung für Wasser- und Forstwirtschaft. |
| Dennis Goldberg bewältigt
ein strammes Programm. Am Vormittag ist er im Conrad-von- Soest-Gymnasium
zu Gast. Sein Thema: Wasser als Voraussetzung für Entwicklung. Nachmittags
Gespräche mit Lehrern und Journalisten. Abends berichtet er auf Einladung
der Soester Gruppe von amnesty international (ai) im Bürgerzentrum
über seinen Kampf gegen das Apartheid-Regime, die Jahre im Gefängnis
und den Neuanfang in Südafrika nach dem Ende der Rassentrennung. Ein
Prozess, an dem Dennis Goldberg aktiv mitarbeitet. Der Diplom- Ingenieur |
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Langer Kampf gegen die Apartheid: Dennis Goldberg |
ist „advicer“ (Berater) der
Regierung für Wasser- und Forstwirtschaft. |
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| 1960 war Dennis
Goldberg verhaftet worden. Der damals 27-Jährige wurde vier
Monate lang ohne Gerichtsurteil eingesperrt, weil er sich gegen die Rassentrennung
gewehrt hatte. Einer den wenigen Weißen, die sich für die Rechte
der Farbigen einsetzten. |
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Gut besucht war der Abend mit Dennis Goldberg, zu dem ai Soest ins Bürgerzentrum
eingeladen hatte. |
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| Nach der Gründung des
bewaffneten Flügels des ANC unter der Führung von Nelson Mandela
übernahm der gelernte Diplom-Ingenieur die Rolle des Technikers in
der Widerstandsorganisation und wurde Mitglied im Oberkommando. Goldberg
sah keine Chance, das Regime ausschließlich mit friedlichen Mitteln
zu Fall zu bringen. Im Juli 1963 fiel er in dem Ort Rivona der Sicherheitspolizei
in die Hände. Im als Rivona-Prozess weltweit bekannt gewordenen
Verfahren wurden er und die gesamte Führungsmannschaft des ANC abgeurteilt.
Als Angeklagter Nummer drei nach Nelson Mandela und Walter Sisulu wurde
er zu lebenslanger Haft verurteilt. Für die Gefangenen war die Todesstrafe
beantragt worden. 22 Jahre saß Dennis Goldberg im Gefängnis.
Da sich Goldberg nicht der Gewaltlosigkeit verschrieben hatte, war sein
Fall kein klassischer amnesty-Fall. |
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| Er
war der erste, der 1985 aus der Haft entlassen und zu seiner Familie ins
Londoner Exil abge- schoben wurde. In Großbri- tannien reihte sich
Goldberg in die politi- sche Arbeit des Exil-ANC ein und übernahm
Aufgaben im Londoner Büro der Organi- sation. Er vertrat den ANC auf
vielen inter- nationalen Tagungen und Konferenzen in Westeuropa und den
USA und arbeitete auch im Anti-Apartheid- Komitee der UNO. Für diese
Arbeit erhielt Goldberg 1989 den Albert-Luthuli- |
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ai-Gruppensprecherin Ulla Gutsche begrüßte Dennis Goldberg in
Soest. |
Friedenspreis.
Für seine Verdienste um Südafrika ehrte ihn die Caledonia- Universität
in Glasgow 1995 mit einer Gast- professur. 1995 gründete
er in London die Hilfsorganisation „Community H.E.A.R.T.“, um finanzielle
Hilfe für Selbsthilfe- projekte sowohl in den schwarzen Townships
als auch in den Gebie- ten der ehemaligen Homelands Südafrikas zu
organisieren.
Goldberg
ist häufig in Deutschland unterwegs, um Vorträge zu halten. Er
ist mit einer Deutschen verheiratet und spricht hervorragend deutsch. |
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Die
politische Macht des ANC ist im Südafrika nach der Apartheid unangefochten.
Die Wasserversorgung der neun Provinzen Südafrikas ist für Goldberg
die zentrale Herausforderung, um das Land am Kap stabil zu halten.
„Wir müssen den Zugang zum Trinkwasser sichern“, betont der 72-Jährige.
Elf Millionen Menschen seinen bereits mit Wasser versorgt. Fünf Millionen
aber noch nicht.
Es
gebe keine ausreichenden menschlichen Ressourcen, um die Probleme des Landes
zu lösen, stellt Goldberg fest. - Auch ein Erbe der Apartheid.
Menschen
eine Perspektive zu geben, ist für den ehemaligen ANC-Kämpfer
die entscheidende Aufgabe heutige südafrikanischer Politik. Das Land
leidet unter extrem hoher Arbeitslosigkeit. „Das ist eine Gefahr für
die Gesellschaft“, weiß Goldberg. Schwarze müssen aber erst
in die neue Rolle als Unternehmer hineinwachsen. „Black Economy Empowerment“
heißt das Programm, das die Regierung aufgelegt hat, um Schwarze
in der Wirtschaft zu stärken. Die Regierung befinde sich bei
alle ihren Bemühungen immer im Wettlauf mit der Zeit: „Das größte
Problem ist die Kritik, dass es nicht schon früher gemacht worden
ist.“ Nur die Zeit und die langsame Verbesserung der Lebensformen für
alle führe zu einer dauerhaften Stabilisierung der Gesellschaft. |
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Die
Apartheid hat tiefe Wunden gerissen, Wunden, die bleiben. Die Wahrheits-
und Versöhnungskommission in Südafrika war deshalb so wichtig,
betont Goldberg. „Wir haben so ein sicheres Maß von Wahrheit,
wie schlimm das Regime war.“ Und dann berichtet er von Menschen, deren
einziges Verbrechen war, gegen den Rassenstaat zu sein und die deshalb
auf aus einem Hubschrauber den Krokodilen zum Fraß heruntergeworfen
wurden.
Wie
kann man 22 Jahre im Gefängnis durchhalten, ohne schweren Schaden
an Körper und Seele zu nehmen? Ich war immer sicher, dass wir unser
Ziel erreichen würden“, sagt Dennis Goldberg. Und dann fügt er
hinzu: „Es hat mich aber immer gewundert, das es 30 Jahre dauern musste.“
Martin Huckebrink
Fotos:
Martin Huckebrink
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