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Der Kampf ums
privatisierte Wasser
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„Das
blaue Wunder“ auf der Schlachthof-Bühne
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| Die
Berliner Compagnie zeigte ihr Stück „Das blaue Wunder“ über die
„aufhaltsame Privatisierung des Wassers“ |
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Wasser – ein Menschenrecht.
Ja, die Vereinten Nationen haben es so festgeschrieben. Also kein Problem:
Jeder Mensch hat das Recht auf Wasser. Oder doch nicht? Was ist, wenn Geschäftemacher
das Lebenselixier als Lizenz zum Gelddrucken entdecken? Wenn die Wasserversorgung
von Städten, ja ganzen Regionen privatisiert wird und Wasser zum unbezahlbaren
Luxus wird? Die Berliner Compagnie macht in ihrem Stück „Das blaue
Wunder“ die Folgen der Wasserprivatisierung zum Thema. Das Stück kommt
als grelles Polit-Theater in Comictrip-Manier daher. Im Mittelpunkt steht
der „Wasserkrieg“ in der bolivianischen Stadt Cochabamba.
Die AI-Gruppen aus
Soest und Lippstadt hatten die Schauspieler für ein Gastspiel im Kulturhaus
Alter Schlachthof gewonnen. Dank der Unterstützung von Sponsoren gelang
es, die finanzielle Seite des Auftritts zu sichern. Die Reihen im Saal
des Bürgerzentrums waren am Sonntag, 25. März, gut besucht,
als die 90-minütige „Wasser-Produktion“ über die Bühne ging. |
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| Worum
geht es? Die Berliner Compagnie schreibt über „Das blaue Wunder“:
„Das Trinkwasser wird knapp. Dadurch empfiehlt es sich dem nach profitablen
Anlagen suchenden Kapital. Kein Land also, dem nicht das blaue Wunder versprochen
wird, kein von Geldnöten geplagter Kommunalpolitiker, der nicht darauf
versessen wäre, die Wasser- versorgung seiner Stadt zu privatisieren.
Aber auch keine Privatisierung, der nicht der Katzenjammer folgt. Die Konzerne
investieren nicht ausreichend ins Netz, die Qualität des Wassers sinkt,
ein Großteil der Angestellten wird entlassen und die Wasserpreise
steigen horrend. |
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| Trotz dieser
Erfahrungen und obwohl die Behauptung, private Unternehmen würden
überall besser arbeiten als öffentliche Betriebe, im Wasserbereich
auf eklatante Weise widerlegt worden ist, wird mit Unterstützung kurzsichtiger
oder korrupter Politiker, der Weltbank und sogar des deutschen Bundesministeriums
für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ )die Privatisierung der Wasserversorgung
weltweit vorangetrieben. Weltweit aber stehen auch immer mehr Menschen
dagegen auf, dass ihnen ihr wichtigstes öffentliches Gut entrissen
wird. |
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| In unserem Stück zentral:
der „Wasserkrieg von Cochabamba" im Jahr 2000 in Bolivien. Nach Tariferhöhungen
bis zu 300 %, der Enteignung ihrer Brunnen und dem Ansinnen, selbst für
aufgefangenes Regenwasser an den Bechtel-Konzern zu zahlen, ging die Bevölkerung
auf die Barrikaden. |
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Vier Monate lang tobte der
Kampf. Am Ende verließen die Manager fluchtartig das Land, und das
Wasser ging wieder in die öffentliche Hand zurück.
Mit dieser Handlung verbinden
wir andere Schauplätze des Kampfes: vor allem Berlin, aber auch Hamburg,
Münster, Mülheim, Beilrode-Arzberg, London, Jakarta, Manila und
andere Städte kommen vor. Die Figuren im Stück sind ausgedacht,
die zugrundeliegenden Fakten sind es nicht. In dieser Gangsterkomödie
ist leider nur wenig erfunden. |
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So führt die Inszenierung
im Stil eines Comics die weltweite Auseinandersetzung um das Wasser vor:
Szenen des Verbrechens, des Leidens und des Aufbegehrens, des organisierten
Protestes und des Siegs. - Die Privatisierungen sind aufhaltbar.“
Die Aufführung dauerte 90 Minuten. |
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