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Das Soester
Eilaktionen-Netzwerk
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| Im
Iran wird eine Gruppe Studenten verhaftet, die sich für einen unschuldig
inhaftierten Professor einsetzt. In Kolumbien bedroht eine illegale Miliz
mehrere Menschenrechtler, die sich für die Rechte von Ureinwohnern
einsetzen. In Phnom Pen in Kambodscha wird eine Gruppe von Menschen ohne
Anhörung oder Entschädigung aus ihren Häusern vertrieben,
weil die Stadt eine Straße bauen will. |
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| Innerhalb
weniger Stunden erfährt die Zentrale von amnesty international in
London von diesen Ereignissen. Dort werden zu den Fällen Materialien
für Eilaktionen zusammengestellt, die schnell an die nationalen Sektionen
weitergeleitet und dort übersetzt werden. Wenige Tage später
schickt die deutsche Sektion diese Materialien für Eilaktionen an
einen Personenkreis, der sich bereit erklärt hat, zu solchen und ähnlichen
Fällen schnell Briefe und E-Mails zu formulieren und an die Behörden
des jeweiligen Landes zu schicken, in denen diese aufgefordert werden,
die Verfolgten frei zu unterlassen, die Bedrohten zu schützen oder
die Vertriebenen zurückzuführen. |
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| Die Soester Gruppe
von amnesty international hat ihrerseits ein Netzwerk von zwanzig Menschen
aufgebaut, die sich von Soest aus an diesen Eilaktionen beteiligen: Die
Materialien aus London und Berlin werden zunächst in elektronische
Briefe an die Behörden des jeweiligen Landes umgewandelt, auf Englisch
und sprachlich angepasst mit korrekten Adressen, Anreden und Floskeln.
Diese fertigen E-Mails werden an die Mitwirkenden des Netzwerkes umverteilt,
von ihnen mit ihren Absendern versehen und von ihnen abgeschickt. |
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| So gehen von Soest aus zu
jedem Einzelfall bis zu 20 Mails zum Beispiel in den Iran, nach Kolumbien
oder Kambodscha. Und da manchmal zehn und mehr einzelne Eilaktionen pro
Woche von der Zentrale verschickt werden, gehen dann wöchentlich fast
200 elektronische Briefe von Soest in die Welt und mahnen die Menschenrechte
bei den Behörden in den verschiedensten Ländern an. |
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| Nach der Wirkung dieser
aufwendigen Aktion befragt, sagt Frank Schindler, der das Soester Netzwerk
organisiert hat und betreut: „Von den über 300 Eilaktionen pro Jahr
bekommen wir bei zehn Prozent eine Rückmeldung, dass die betreffenden
Personen freigekommen oder sonst wie erfolgreich unterstützt wurden.
Und in jährlich rund zehn Fällen wissen wir, dass der Erfolg
allein auf die weltweit eingeleitete Eilaktion zurückzuführen
war. Für die Freiheit von zehn unschuldig Verfolgten oder Bedrohten
lohnt es sich doch, eine halbe Stunde in der Woche aufzuwenden, oder?“ |
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