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Durchatmen
und von vorn beginnen
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Mühsames
Werben um Unterschriften für Verfolgte
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| „Darf
ich Ihnen Informationen über Menschenrechtsverletzungen in Togo überreichen?“
Das ältere Paar geht zielstrebig weiter. - Durchatmen und neuen Anlauf
nehmen. |
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| 50 Jahre AI: Mit einem Info-Stand
stellte die Soestér die Arbeit der Menschenrechtsorganisation vor. |
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| Im
westafrikanischen Togo werden Menschenrechte massiv verletzt. Für
die deutschen Medien ist das kein Thema. Menschenrechtsverletzungen sind
in dem kleinen Land Alltag. Wie in so vielen anderen Ländern. Für
Schlagzeilen taugt der staatliche Terror, unter dem die Menschen in der
ehemaligen deutschen Kolonie leiden, nicht. Die Soester AI-Gruppe will
das Schicksal der Opfer dem vergessen entreißen. In der Brüderstraße
ist ein Info-Stand aufgebaut. Die Menschenrechtsaktivisten haben Plakate
gestaltet, auf denen über die Lage in Togo informiert wird. Am Stand
liegen Listen aus, in die sich die Soester eintragen können, um für
politische Gefangene Gerechtigkeit zu fordern. |
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| Auch Vize-Bürgermeisterin Christiane
Mackensen gehörte zu den Gratulanten am AI-Stand. Fotos: Huckebrink |
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| Ein mühseliges
Geschäft. Die einen gehen einfach weiter, andere nutzen die Gelegenheit,
ihren Vorurteile über Afrikaner und Amnesty International freien Lauf
zu lassen.
Und dann lassen sich doch
wieder einzelne Passanten ansprechen. Einige tragen sich sogar in die Unterschriftenlisten
ein. Nach drei Stunden packen die Gruppenmitglieder den Stand wieder ein.
Knapp 50 Soester haben den Appell unterschrieben. |
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| Ein erfolgreicher Vormittag?
„Wie haben auf ein vergessenes Land aufmerksam gemacht“, stellen Bernadette
Wieners und Heide Brinkkötter von der Soester AI-Gruppe fest. Menschenrechtsarbeit
ist eine Arbeit der kleinen Schritte. Ohne die Fähigkeit, auch Frustration
und Enttäuschung auszuhalten, ist das Engagement nicht möglich. |
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| Stehen bei AI-Aktionen andere
Themen im Zentrum, über die in den Medien berichtet wird, ist es leichter,
Menschen zu motivieren, sich für AI-Anliegen mit ihrer Unterschrift
einzusetzen. „Wir haben zum Beispiel einen Info-Stand gemacht, um auf Guantanamo
und den deutschen Gefangenen Murat Kurnaz aufmerksam zu machen. |
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| Wie hatten uns extra Anzüge
besorgt, die an die orangene Gefangenenkleidung in dem US-Gefangenenlager
auf Kuba erinnerten“, erzählt Gruppenmitglied Brigitte Spengler. Damals
gab es am Stand viele Diskussionen, das Info-Material war schnell vergriffen
und die Unterschriftenlisten gefüllt.
Über 1600 Tage, von
2001 bis August 2006, saß Murat Kurnaz, ein in Bremen geborener
Türke, unschuldig in Guantanamo in Haft. Aktionen wie die der Soester
AI-Gruppe trugen dazu bei, sein Schicksal in der Öffentlichkeit bekannt
zu machen und den politischen Druck zu erhören, um seine Freilassung
zu erwirken..
Sich in die Fußgängerzone
stellen, Fremde ansprechen – auch für altgediente AI-ler eine Anforderung,
die immer wieder Überwindung kostet. „Doch das Ziel ist es wert“,
betont Ulla Gutsche. „Die Sache der Menschenrechte braucht Öffentlichkeit.
Dazu leisten wir hier in Soest unseren kleinen Beitrag.“ |
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