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BRIEFE
GEGEN DAS VERGESSEN - AKTION DES MONATS JANUAR 2010 |
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MOSAMBIK
Julião
Naftal Macule |
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Am
8. November 2007 schossen PolizistInnen in einem Hotel im Bezirk Massinga
in der südmosambikanischen Provinz Inhambane auf den schlafenden Geschäftsmann
Julião Naftal Macule und verletzten ihn tödlich. Bis heute
sind die Verantwortlichen nicht vor Gericht gestellt worden. |
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Als
Julião Naftal Macule am Vorabend das Zimmer bezogen hatte, hielt
ihn ein Hotelangestellter fälschlicherweise für den gesuchten
Verbrecher Agostinho Chauque und rief die Polizei. Polizeiangehörige
umstellten das Gebäude. Zehn PolizistInnen, unter ihnen Mitglieder
der Schnelleingreiftruppe, drangen in Julião Naftal Macules Zimmer
ein und schossen auf ihn. |
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Die
Polizeibehörden vermeldeten, dass sie Agostinho Chauque, den "gefährlichsten
Kriminellen des Landes", gefasst und getötet hätten. Erst als
JournalistInnen die Leiche sehen wollten, teilte die Polizei mit, dass
sie eigentlich nicht Agostinho Chauque, sondern einen anderen "gefährlichen
Kriminellen" getötet hätte. |
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Am
nächsten Tag erfuhr die Familie von Julião Naftal Macules von
der Polizei, dass diese den Geschäftsmann fälschlicherweise für
Agostinho Chauque gehalten hatte. Die Familie bestand auf einer Autopsie,
die ergab, dass Julião Naftal Macules nach einem Schuss in den linken
Oberschenkel verblutet war. |
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Im Mai 2009 teilte
der Generalstaatsanwalt Amnesty International mit, dass sieben PolizistInnen
in Zusammenhang mit dem Tod von Julião Naftal Macules angeklagt
worden seien. Die Familie hat seitdem keine weiteren Informationen erhalten. |
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Bitte
schreiben Sie höflich formulierte Briefe an den Generalstaatsanwalt
und bitten Sie nachdrücklich darum, umgehend eine gründliche,
unabhängige und unparteiische Untersuchung des Todes von Julião
Naftal Macules vorzunehmen und die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Bitten Sie die Behörden, die Familie über die weiteren Entwicklungen
auf dem Laufenden zu halten und den Angehörigen eine angemessene Entschädigung
zukommen zu lassen. |
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Schreiben
Sie in gutem Portugiesisch, Englisch oder auf Deutsch an
Exmo.
Sr. Dr. Augusto Paulino
Procurador
Geral da República
Procuradoria
Geral da República
Maputo
MOSAMBIK
(korrekte
Anrede: Your Excellency)
Fax:
(00258) 21 492 7-58 oder -80
Standardbrief
Luftpost bis 20 g: € 1,70
Senden
Sie bitte eine Kopie Ihres Schreibens an
Botschaft
der Republik Mosambik
S.E.
Herrn Carlos Dos Santos
Stromstr.
47, 10551 Berlin
Fax:
030-3987 6503
E-Mail:
emoza@aol.com
info@embassy-of-mozambique.de |
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Sie
können dazu einen in deutscher oder englischer Sprache verfassten
Brief downloaden.
(siehe
unten)
Hier
der deutsche Text:
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Sehr
geehrter Herr Generalstaatsanwalt,
angesichts
von Berichten über den Fall von Julião Naftal Macule
bin ich sehr besorgt.
Berichten
zufolge wurde der Geschäftsmann Julião Naftal Macule am 8.
November 2007 schlafend in einem Hotel im Bezirk Massinga in der südmosambikanischen
Provinz Inhambane von Polizisten erschossen.
Als
er sein Zimmer bezog wurde er von einem Hotelangestellten irrtürmlich
als Agostinho Chauque, ein gesuchter Verbrecher, identifiziert, der die
Polizei rief.
Das
Gebäude wurde von der Polizei umstellt und zehn Polizisten,
darunter Angehörige einer Spezialeinheit, drangen in das Hotelzimmer
ein und schossen auf Julião Naftal Macule.
Berichten
zufolge meldeten die Polizeibehörden anschließend, dass sie
Agostinho Chauque, den „gefährlichsten Verbrecher des Landes“ gefaßt
und getötet hätten.
Erst
als Journalisten den Leichnam sehen wollten, räumte die Polizei ein,
dass sie eigentlich nicht Agostinho Chauque, sondern einen anderen „gefährlichen
Verbrecher“ getötet hätten.
Am
nächsten Tag wurde Julião Naftal Macule's Familie von der Polizei
darüber informiert, dass sie ihn mit Agostinho Chauque verwechselt
hätten.
Die
von der Familie geforderte Autopsie ergab, dass er nach einem Schuß
in den linken Oberschenkel verblutet war.
Der
Generalstaatsanwalt hat im Mai 2009 gegenüber Amnesty International
erklärt, dass zehn Polizisten wegen des Todes von Julião Naftal
Macule angeklagt wurden. Seither hat die Familie keine weiteren Informationen
erhalten.
Daher
fordere ich Sie dringend auf, eine unabhängige und gründliche
Untersuchung des Todes von Julião Naftal Macule einzuleiten und
die dafür Verantwortlichen vor Gericht zu stellen.
Bitte
informieren Sie seine Familie über den weiteren Fortgang und stellen
Sie sicher, dass seine angehörigen eine angemessene Entschädigung
erhalten.
Bitte
informieren Sie mich über die weitere Entwicklung dieser ernsten Angelegenheit.
Mit
freundlichen Grüßen
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Sollten
Sie eine Antwort auf Ihr Appellschreiben erhalten, schicken Sie bitte eine
Kopie an amnesty international.
amnesty
international, Postfach, 53108 Bonn
Tel.:
0228/983730;
Fax:
0228/630036
E-mail:
Info@amnesty.de
Internet:
www.amnesty.de |
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Anschreiben
in
Englisch als Druckausgabe: |
pdf
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Anschreiben
in
Deutsch als Druckausgabe: |
pdf
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